{"id":16615,"date":"2026-05-01T15:03:58","date_gmt":"2026-05-01T13:03:58","guid":{"rendered":"https:\/\/student.unifr.ch\/spectrum\/?p=16615"},"modified":"2026-05-01T23:00:08","modified_gmt":"2026-05-01T21:00:08","slug":"kino-das-die-augen-oeffnet-das-40-jubilaeum-des-fiffs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/student.unifr.ch\/spectrum\/de\/2026\/05\/kino-das-die-augen-oeffnet-das-40-jubilaeum-des-fiffs\/","title":{"rendered":"\u00abKino, das die Augen \u00f6ffnet\u00bb &#8211; das 40. Jubil\u00e4um des FIFFs"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Das internationale Filmfestival in Fribourg feierte dieses Jahr das 40. Jubil\u00e4um. \u00dcber die Jahre hat sich das Festival zwar ver\u00e4ndert, bedeutsam f\u00fcr die Filmszene aber bleibt es.<\/strong><\/h1>\n<p>Das \u00abFestival International du Film de Fribourg\u00bb, kurz FIFF, ist eine feste Gr\u00f6sse in der Freiburger Kulturszene. Es findet jedes Jahr im M\u00e4rz statt. Dieses Jahr wurde es bereits zum 40. Mal ausgetragen. Philippe Clivaz, der operative Leiter des FIFFs, gibt im Gespr\u00e4ch mit Spectrum mehr Auskunft \u00fcber die Geschichte und die Bedeutung des Filmfestivals.<\/p>\n<figure id=\"attachment_16620\" aria-describedby=\"caption-attachment-16620\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-16620\" src=\"https:\/\/student.unifr.ch\/spectrum\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Bild_Lina_Kultur-960x540.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/student.unifr.ch\/spectrum\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Bild_Lina_Kultur-960x540.png 960w, https:\/\/student.unifr.ch\/spectrum\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Bild_Lina_Kultur-1920x1080.png 1920w, https:\/\/student.unifr.ch\/spectrum\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Bild_Lina_Kultur-768x432.png 768w, https:\/\/student.unifr.ch\/spectrum\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Bild_Lina_Kultur-1536x864.png 1536w, https:\/\/student.unifr.ch\/spectrum\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Bild_Lina_Kultur-2048x1152.png 2048w, https:\/\/student.unifr.ch\/spectrum\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Bild_Lina_Kultur-530x298.png 530w\" sizes=\"(max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16620\" class=\"wp-caption-text\">Ausschnitte aus den \u00abLiebesbotschaften ans FIFF\u00bb<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Humanit\u00e4re Urspr\u00fcnge<\/strong><\/h2>\n<p>Das erste Mal fand das FIFF im Jahr 1980 statt. Magda Bossy, die damalige Leiterin der Organisation Helvetas wollte anl\u00e4sslich des 25. Jubil\u00e4ums der Organisation Filme aus Asien, Afrika und S\u00fcdamerika in die Schweiz bringen. Mit der Unterst\u00fctzung anderer humanit\u00e4rer Organisationen wurden \u00abFilme aus der Dritten Welt\u00bb in verschiedenen St\u00e4dten in der Schweiz gezeigt. Das Festival hiess anfangs noch \u00abDritt-Welt-Filmfestival\u00bb. Die Filmemachenden wehrten sich jedoch gegen diesen Namen, sagten, sie seien nicht aus der \u00abDritten Welt\u00bb. Deshalb wurde der Name ge\u00e4ndert. Ab der zweiten Austragung wurde Fribourg zum Hauptsitz des Festivals. Im Jahresrhythmus findet das FIFF seit 1992 statt. Unter der Leitung von Martial Knaebel, der bis 2007 beim FIFF mitwirkte, wurden die Filme aus einem oft politischen Grund ausgew\u00e4hlt. Unter der Leitung von Edouard Waintrop (2008 bis 2011) \u00f6ffnete sich das FIFF gegen\u00fcber dem Genre-Kino. Auch unter der aktuellen k\u00fcnstlerischen Leitung von Thierry Jobin (seit 2012), steht das Cineastische mehr im Vordergrund. Jobin ist es auch wichtig, Filme auszuw\u00e4hlen, die in den Herkunftsregionen beliebt sind. \u00abEs braucht nicht nur die politischen Filme\u00bb, meint Clivaz im Gespr\u00e4ch, \u00absondern auch die Art von Filmen, die dort popul\u00e4r sind\u00bb. Clivaz war bereits von 1991 bis 1996 in der Organisation des FIFFs involviert, als Buchhalter und Organisator. \u00abIch habe die beiden Genres des Festivals kennengelernt\u00bb, sagt Clivaz. Damit meint er sowohl das rein politische Kino von damals wie auch das Festival, das auch Wert auf die Beliebtheit von Filmen legt. F\u00fcr die Auswahl der Filme ist jedoch Jobin verantwortlich.<\/p>\n<h2><strong>Was macht das FIFF besonders?<\/strong><\/h2>\n<p>Warum gerade Fribourg die richtige Stadt f\u00fcr das Festival ist, konnte Clivaz nicht beantworten. \u00abEin Teil ist sicher Zufall\u00bb, sagt er. \u00abWas besonders interessant ist in Fribourg, ist, dass die Leute offen sind, auch die Kulturschaffenden\u00bb, erg\u00e4nzt er. Clivaz hatte auch schon in anderen St\u00e4dten, wie Lausanne, und f\u00fcr andere Filmfestivals, wie Locarno, gearbeitet. \u00abDie Leute sind bereit, Neues zu entdecken\u00bb, sagt Clivaz \u00fcber Fribourg, \u00abund das merkt man auch am Publikum des FIFFs.\u00bb Viele Besuchende mit einem Generalabonnement gehen w\u00e4hrend des Festivals zwischen 20- und 40-mal ins Kino. \u00abDas heisst, dass die Leute uns vertrauen und gerne etwas Neues entdecken\u00bb, sagt Clivaz. Das h\u00e4ngt seiner Meinung nach auch damit zusammen, dass die Filme, die am FIFF gezeigt werden, anderswo kaum zu sehen sind, denn die meisten dieser Filme finden in der Schweiz keinen Verleiher. \u00abDas bedeutet, wenn du den Film nicht in Fribourg schaust, dann ist er mehr oder weniger verloren f\u00fcr dich. Und das ist eine Partikularit\u00e4t des FIFFs\u00bb, sagt Clivaz.<\/p>\n<h2><strong>\u00abBr\u00fccken bauen\u00bb<\/strong><\/h2>\n<p>Auf die Frage, was das Ziel des FIFFs sei, hat Clivaz eine einfache Antwort: \u00abBr\u00fccken bauen. Ich glaube wir sind Br\u00fcckenbauer.\u00bb Das hat sich seit der Entstehung nicht ge\u00e4ndert. Daf\u00fcr sei die Lage in Fribourg auch gut, denn die Stadt liegt an der Grenze von der franz\u00f6sischsprachigen Schweiz zur Deutschschweiz \u2013 ein perfekter Ort, um Br\u00fccken zu bauen. Das Motto des Festivals ist \u00abLe FIFF, le cin\u00e9ma qui ouvre les yeux\u00bb, was auf Deutsch so viel bedeutet wie \u00abKino, das die Augen \u00f6ffnet\u00bb. Wichtig sei es, sich gegen\u00fcber neuen Kulturen zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u00abIch glaube, wir sind Br\u00fcckenbauer.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>Was das Festival f\u00fcr internationale Filmschaffende bedeutet, dr\u00fcckten sie in Videobotschaften anl\u00e4sslich der 40. Ausgabe aus. Diese sogenannten \u00abLettres d\u2019Amour au FIFF\u00bb auf Deutsch \u00abLiebesbotschaften ans FIFF\u00bb wurden w\u00e4hrend der Austragung in Dauerschleife gezeigt. Viele betonen darin, wie wichtig das FIFF f\u00fcr sie war, sowohl beruflich wie auch pers\u00f6nlich. \u00abEs gibt einen Austausch zwischen den Leuten, und das geh\u00f6rt zum Br\u00fccken bauen dazu\u00bb, sagt Clivaz.<\/p>\n<p>Diese Videobotschaften sind ein Teil des besonderen Programms anl\u00e4sslich des 40. Jubil\u00e4ums. \u00abDie Videos sind der Blick von weit weg nach Fribourg, und wir wollten auch noch von Fribourg ins Weite schauen\u00bb, sagt Clivaz. Daf\u00fcr hat das Team des FIFFs 20 Bilder aus dem Archiv herausgesucht, welche w\u00e4hrend des Festivals in der neuen Bahnhofspassage in Fribourg zu sehen waren. Durch diese Bilder wird ausgedr\u00fcckt, wie wichtig es dem Organisationsteam war, dass all diese Kunstschaffenden das FIFF besucht haben.<\/p>\n<p>Auch eine Besonderheit der Jubil\u00e4umsausgabe ist das Festivalzentrum, welches auf dem Grand-Places in Fribourg aufgebaut wurde. Das \u00abNomad Wood Nest\u00bb ist ein zweist\u00f6ckiger Holzbau, in dem sich Kinog\u00e4nger:innen und andere Interessierte gleichermassen treffen k\u00f6nnen, beispielsweise im Bistro. Es wurde zusammen mit lokalen Unternehmen entwickelt und gebaut. \u00abEin Filmfestival ist immer versteckt\u00bb, sagt Clivaz, \u00abund wir haben gesagt, wir m\u00fcssen sichtbar sein.\u00bb Genau f\u00fcr diese Sichtbarkeit soll das Festivalzentrum sorgen, zus\u00e4tzlich zu den Fahnen und Plakaten, die in der Stadt verteilt sind. \u00abDas ist eine Neuheit anl\u00e4sslich unseres Jubil\u00e4ums\u00bb, sagt Clivaz, \u00ababer eine Neuheit, von der wir hoffen, sie in den n\u00e4chsten Jahren weiterzuentwickeln.\u00bb Damit wollen sie auch ein neues, neugieriges Publikum anlocken.<\/p>\n<h2><strong>Verbindung zum Publikum<\/strong><\/h2>\n<p>Das FIFF bringt viele Kulturen zusammen, was einen Teil zum Erfolg des Festivals beitr\u00e4gt. Aber auch das Programm sei dabei wichtig, wie Clivaz betont. Das Programm des FIFFs spricht verschiedene Publikumsgruppen an. Beim Programm breit aufgestellt zu sein, ist dem Organisationsteam wichtig. Auch viele Schulklassen besuchen das Festival j\u00e4hrlich. \u00abWir sind das Festival in der Schweiz, das die meisten Sch\u00fcler:innen ins Kino bringt\u00bb, sagt Clivaz. Die Klassen kommen dabei nicht zwingend nur aus dem Kanton Freiburg. In den letzten 40 Jahren kamen \u00fcber 200&#8217;000 Sch\u00fcler:innen im Rahmen des FIFFs in die Kinos.<\/p>\n<p>Das FIFF arbeitet auch mit dem Publikum zusammen. So k\u00f6nnen die Besuchenden manche Filme in der Sektion \u00abGenrekino: Die Lieblinge des Publikums\u00bb sogar selbst ausw\u00e4hlen, was eine Besonderheit des FIFFs darstellt. \u00abWir bleiben in Kontakt mit dem Publikum\u00bb, betont Clivaz.<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist auch ein Kurzfilmwettbewerb, den das Festival veranstaltet, mit dem Namen \u00abEine Freiburger Geschichte\u00bb. \u00abDa ist die Idee, dass die Leute aus Fribourg Fribourg erz\u00e4hlen\u00bb, sagt Clivaz. Jedes Jahr gibt es ein anderes Thema, dieses Jahr war es Eishockey. \u00abJede Person, die einen Film machen m\u00f6chte, kann einen Film machen\u00bb, erkl\u00e4rt Clivaz. Das Publikum kann sich also aktiv am Festival beteiligen und bekommt sogar die Chance, eine Einf\u00fchrung zu einem Film vor dem Publikum zu pr\u00e4sentieren. Jedes Jahr erhalten etwa f\u00fcnf interessierte Personen die M\u00f6glichkeit dazu, nat\u00fcrlich mit Unterst\u00fctzung des FIFFs. Der partizipative Aspekt zusammen mit dem Schulprogramm \u00abbaut eine Filmkultur in Fribourg\u00bb, sagt Clivaz. Und offenbar auch ein sehr loyales Publikum. \u00abIch habe im Jahr 1991 Leute getroffen, die immer noch ans FIFF kommen\u00bb, erz\u00e4hlt Clivaz. Und das, obwohl sich das Festival ge\u00f6ffnet und ver\u00e4ndert habe. \u00abEs ist nicht mehr so alternativ, w\u00fcrde ich sagen\u00bb, meint Clivaz im Gespr\u00e4ch. \u00abAber die Leute bleiben und finden immer noch, was sie suchen.\u00bb<\/p>\n<p>Wichtig sei es f\u00fcr das Organisationsteam auch, die Kultur zu den Leuten zu bringen \u2013 jedoch ohne Zwang. \u00abWir versuchen, nicht elit\u00e4r zu sein\u00bb, betont Clivaz. \u00abDas heisst, wir bringen etwas, und die Leute nehmen sich, was sie wollen.\u00bb Dass es den Leuten auch gef\u00e4llt, sei dabei nicht das Hauptziel. \u00abWir bringen das, von dem wir denken, dass wir es bringen m\u00fcssen. Dann schauen wir, ob das Publikum das gut findet, oder nicht.\u00bb Die Zahlen zeigen klare Zustimmung des Publikums. Dieses Jahr wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt, welcher den von 51\u2019193 offiziellen Eintritten aus dem letzten Jahr \u00fcbertrifft. \u00abEs muss nicht ein Ziel sein, dass das Publikum w\u00e4chst\u00bb, sagt Clivaz, \u00ababer wenn das der Fall ist, heisst das, wir haben nicht die falsche Strasse genommen.\u00bb<\/p>\n<h2><strong>Ein Blick in die Zukunft<\/strong><\/h2>\n<p>Auf die Frage, wie das FIFF denn in Zukunft aussehen k\u00f6nnte, antwortet Clivaz: \u00abHoffentlich wird es in Zukunft noch Kinos geben.\u00bb Das Besondere am Kino ist laut ihm das Gemeinschaftsgef\u00fchl. \u00abWenn du Filme auf dem Telefon anschaust, bist du allein\u00bb, sagt Clivaz, \u00abim Kino ist es ein bisschen anders, weil du Emotionen mit Leuten, die du nicht kennst, teilst.\u00bb Das Festival geht dabei noch einen Schritt, denn es bietet Raum f\u00fcr Austausch. \u00abDas ist ein Teil unserer Arbeit, das Treffen zu organisieren, damit du deine Emotionen und Reaktionen mit anderen Leuten teilen kannst. Das hoffe ich, wird bleiben\u00bb, sagt Clivaz. Die 41. Ausgabe des FIFFs ist bereits geplant und wird vom 12. bis zum 21. M\u00e4rz 2027 stattfinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Text<\/strong> Lina Hofm\u00e4nner<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Foto <\/strong>FIFF<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 'function'){void(pdf24OnCreatePDF(this,pdf24Win));}\"> \t\t<input type=\"hidden\" name=\"blogCharset\" value=\"Cw1x07UAAA==\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogPosts\" value=\"MwQA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogUrl\" value=\"yygpKSi20tcvLilNSc0r0SvNy0wr0kvO0C8uSE0uKSrN1U9J1QcA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogName\" value=\"Cy5ITS4pKs0FAA==\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogValueEncoding\" value=\"gzdeflate 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