Menschenmassen sind kraftvoll und können sogar gefährlich werden. Genau dieses Thema behandelt die Ausstellung «Masse – Foules – Crowds» im Museum für Kommunikation in Bern.
Menschen existieren nicht nur als Individuen, sondern stehen in Beziehung zueinander – und zusammen formen sie eine Menschenmasse. Genau mit diesem Thema befasst sich die Ausstellung «Masse – Foules – Crowds», die seit dem 12. Dezember 2025 im Museum für Kommunikation in Bern besucht werden kann. Leiter der Ausstellung ist der Forscher Mehdi Moussaïd. Seit der Brandkatastrophe in Crans Montana in der Neujahrsnacht hat das Thema eine unvorhergesehene Aktualität erhalten, weshalb Besuchende am Anfang der Ausstellung eine Triggerwarnung lesen können.
Wie funktionieren Massen?
Im Eingangsraum wird mithilfe von Glaskapseln anschaulich erklärt, ab wie vielen Menschen pro Quadratmeter eine Gefahr droht. Im nächsten Raum begegnen die Besuchenden zuerst einem imposanten 3D-Bild, welches eine Menschenmasse zeigt. Die Besuchenden können dann schätzen, wie viele Menschen sich auf dem Bild befinden. Es wird aufgezeigt, wie Menschen bei Anlässen wie Demonstrationen gezählt werden. Wenn die Besuchenden den Raum weiter entdecken, lernen sie zuerst, wie sich eine Masse bewegt. In einem Video wird die Physik hinter der Bewegung von Massen erklärt. Es wird auch erklärt, wie sich Schwärme verhalten. Das wird mit einem interaktiven Spiel verdeutlicht. Zudem werden verschiedene Muster erklärt, wie Menschen einander ausweichen. Auch hier gibt es ein Spiel zur Verdeutlichung. Besuchende erhalten zusätzlich Einblicke in die Arbeit von Massen-Forschenden.
Massenpanik und Brandschutz
Ein weiteres Thema, welches die Ausstellung behandelt, ist das richtige Verhalten bei einer Massenpanik. Es werden Tipps aufgelistet, wie man sich in einer brenzligen Situation inmitten einer Menschenmasse am besten verhält, damit einem nichts zustösst. Auch das Thema des Brandschutzes wird behandelt. In einem Video wird ein Experiment erklärt, welches zum Thema Evakuierung in einem Brandfall durchgeführt wurde. Das Experiment fand mit Virtual-Reality-Brillen statt, um die Teilnehmenden nicht zu gefährden. Auch dieses Thema wird mit einer interaktiven Übung veranschaulicht, bei dem die Besuchenden an den richtigen Orten Notausgängen bauen sollen. Da dieses Thema potenziell verstörend sein kann, besonders aufgrund der Brandkatastrophe in Crans Montana am 1. Januar 2026, ist dieser Sektor noch einmal mit einer Triggerwarnung versehen.
Digitale Massen
In einem weiteren Raum der Ausstellung wird erklärt, wie sich das Verständnis von Menschenmassen aufgrund des Internets verändert. Durch den digitalen Rahmen können Menschen gemeinsam als Masse funktionieren und dabei auf der ganzen Welt verteilt sein. Ein Thema, welches dadurch besonders an Relevanz gewinnt, sind Desinformationen und Gerüchte. Auch wenn Gerüchte eine lange Geschichte haben, so verbreiten sie sich über das Internet deutlich einfacher. Wie sich Gerüchte in der Vergangenheit verbreitet haben, wird in der Ausstellung mithilfe von Nachbauten in Vitrinen anschaulich erklärt. Allgemein zeigt dieser Teil der Ausstellung, wie der digitale Raum die Welt zu verkleinern scheint und das Verständnis von Menschenmassen verändert.
Interaktiv und lehrreich
Die Ausstellung bietet spannende neue Perspektiven auf das Thema Menschenmassen. Die Inhalte werden den Besuchenden dabei sehr anschaulich und interaktiv nähergebracht. Immer wieder gibt es Spiele oder andere interaktive Elemente, die es unterhaltsam machen, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Neben den bereits erwähnten Interaktionsübungen gibt es auch ein Kartenspiel und eine Karaoke-Ecke. Dort geht es darum, herauszufinden, wie anders die eigene Stimme wirkt, wenn man allein singt im Gegensatz zu einem simulierten Chor. In einer Projektion können die Besuchenden ausserdem das Verhalten in Menschenmassen in Bereichen wie einem Aufzug, einer U-Bahn oder an einem Strand nachstellen. Durch Bilder, Videos oder Nachbauten werden die Inhalte für die Besuchenden zum Leben erweckt. Am Ende der Ausstellung wartet auf die Besuchenden noch eine kleine Überraschung.
Die Ausstellung «Massen – Foules – Crowds» kann noch bis am 19. Juli 2026 im Museum für Kommunikation in Bern besucht werden.
https://www.mfk.ch/massen Foto
Text Lina Hofmänner
Foto Lina Hofmänner
