Hast du genug vom Studium in Freiburg? Träumst du davon, am Strand zu lernen oder dein Quizlet in einem Café nahe dem Eiffelturm zu machen? Dann ist ein Austauschsemester perfekt!

Die Universität Freiburg hat Hunderte von Partneruniversitäten auf der ganzen Welt, an denen du studieren kannst. In diesem Artikel erfährst du, welche Schritte du unternehmen musst, um dich zu bewerben, und wie es ist, ein Austauschsemester zu absolvieren. Jeder Ort ist anders, was bedeutet, dass auch du deinen Platz finden wirst.

Die Traum-Uni finden

Der erste Schritt besteht darin, eine Universität zu finden, die dir gefällt. Gehe auf die Webseite der Partneruniversitäten der Universität Freiburg und gib deine Präferenzen ein. Du kannst deine Studienstufe und deinen Fachbereich auswählen, sowie deine gewünschte Zielregion, dein Zielland und die Unterrichtssprache angeben. Anschließend kannst du die Liste durchsehen und dir einige deiner Favoriten notieren.

Infos sammeln wie ein Profi

Danach geht es ans Informieren. Lies dir die Webseite Mobilität Outgoing der Universität Freiburg aufmerksam durch und informiere dich über Stipendien, Bewerbungsverfahren, praktische Informationen und Erfahrungsberichte aus aller Welt. Wirf außerdem einen Blick auf die Webseiten der Universitäten, die du dir zuvor notiert hast. Schau dir an, wie das Universitätsleben dort aussieht, wie die Stadt ist und wie dein Fachbereich unterrichtet wird. Das hilft dir dabei, ein Ranking zu erstellen, das du im nächsten Schritt benötigen wirst.

Bewerbung ohne Stress

Jetzt wird es konkret. Kontaktiere das Mobilitätsteam und vereinbare einen Termin, bei dem du dich vorstellst und deine Liste mitbringst. Sie begleiten dich anschließend durch die nächsten Schritte. Danach musst du deine Unterlagen über MyUnifr hochladen. Wichtig ist, dass du die Fristen einhältst und dir alle Abgabedaten direkt in deinen Kalender einträgst, um nichts zu verpassen. Sobald du den Entscheid der Universität Freiburg erhalten hast, musst du dich an der zugewiesenen Gastuniversität anmelden. Wo genau das passiert, variiert von Universität zu Universität. Meistens erhältst du eine E-Mail mit allen Informationen oder findest die nötigen Hinweise auf der Webseite der Gastuniversität. Mach dir keine Sorgen: Die nächsten Schritte sind oft unterschiedlich und manchmal verwirrend. Denk aber daran, dass du nicht die erste Person bist, die ein Austauschsemester macht, und dass dich die Gastuniversität bei Fragen sicher unterstützen wird.

Koffer packen und los geht’s

Nach all den administrativen Schritten geht es ans Reisen. Sobald dir die Gastuniversität die Zusage schickt, kannst du deinen Transport und deine Unterkunft organisieren. Einige Gastuniversitäten bieten Unterkünfte auf dem Campus an, andere nicht; informiere dich deshalb so früh wie möglich.

Deinen inneren «Extrovert» entdecken

Wenn du im Gastland angekommen bist, versuche, an möglichst vielen Aktivitäten teilzunehmen, um neue Leute kennenzulernen. Am Anfang wirst du dich wahrscheinlich vor allem mit anderen Austauschstudierenden anfreunden. Man trifft zu Beginn fast nur andere Gaststudierende, weil alle an denselben Einführungsveranstaltungen und Aktivitäten teilnehmen. Auch im Unterricht erkennt man sich oft gegenseitig wieder, weil alle etwas verloren wirken und sich deshalb gegenseitig unterstützen. Nach einer Weile solltest du aber auch versuchen, lokale Studierende kennenzulernen, um die Erfahrung wirklich voll auszukosten.

WG-Abenteuer meistern

Sehr wahrscheinlich wirst du in einer WG leben. Falls du das WG-Leben in Freiburg noch nicht kennst, mach dir keine Sorgen: Deine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner sind meist freundlich und wollen genauso wie du eine gute Zeit haben. Geh mit einer offenen Einstellung an die Erfahrung heran, das A und O ist definitiv Kommunikation. Nicht alle haben die gleichen Vorstellungen in Bezug auf Putzen, Besuch oder Lärm. Am besten funktioniert es, wenn man von Anfang an gemeinsam darüber spricht und Kompromisse eingeht, aber das gehört eben zum Studierendenleben dazu.

«Diese neuen Freundschaften können ein Leben lang halten und sind ein perfekter Grund, die Welt weiter zu entdecken und Besuche zu planen.»

Warum sich ein Austausch richtig lohnt

Jetzt fragst du dich sicher: Warum sollte ich ein Austauschsemester machen?

Der offensichtlichste Grund ist, neue Perspektiven zu gewinnen. Ein Tapetenwechsel ermöglicht es dir, dein Leben und die Welt aus einem ganz neuen Blickwinkel zu sehen. Von fremden Traditionen bis hin zu neuen Zukunftsplänen eröffnet dir das Unbekannte ganz neue Möglichkeiten.

Ein zweiter Grund sind die tollen Menschen, die du kennenlernen wirst. Diese neuen Freundschaften können ein Leben lang halten und sind ein perfekter Grund, die Welt weiter zu entdecken und Besuche zu planen. Mit ihnen kannst du unvergessliche Erinnerungen sammeln und neue Lieblingsorte erkunden.

Der dritte Grund sind die Karrieremöglichkeiten. Von Networking bis zur Aufwertung deines Lebenslaufs kann ein Austauschsemester Türen öffnen, von denen du vorher nicht einmal geträumt hast. Vielleicht inspiriert dich ein Professor zu einer revolutionären These, oder ein neuer Freund kennt einen Filmdirektor auf der Suche nach Talenten. Vielleicht bekommst du sogar dein erstes Praktikum, weil die verantwortliche Person ebenfalls an deiner Heimatuniversität studiert hat oder einfach deine Weltoffenheit beeindruckend findet.

Real Talk: Das Leben im Ausland

Das Leben im Ausland ist aber nicht nur rosarot. Es gibt auch Nachteile dieser Erfahrung, die definitiv berücksichtigt werden sollten. Der erste Nachteil sind die Kosten. Auch wenn du weiterhin die Unigebühren deiner Heimuniversität zahlst, musst du damit rechnen, Unterkunft, Lebensmittel, Transport, Aktivitäten und Lernmaterialien selbst zu bezahlen. Je nach Stadt können diese Ausgaben höher oder niedriger sein als in Freiburg. Informiere dich daher im Voraus und plane dein Budget sorgfältig.

Ein weiterer Nachteil ist der akademische Unterschied. Jede Universität hat andere Erwartungen an ihre Studierenden, was sowohl den Zeitaufwand als auch den Schwierigkeitsgrad betrifft. Anfangs kann es außerdem schwierig sein, sich an die neuen administrativen Abläufe der Gastuniversität zu gewöhnen. Meistens lösen sich diese Probleme jedoch nach einigen Wochen von selbst oder mit Unterstützung von Professoren und neuen Kommilitonen auf.

Der letzte Nachteil ist der Verlust der gewohnten Umgebung. Man ist nicht mehr in der Nähe von Freunden, Familie und vertrauten Orten. Auch dies erfordert Anpassung, doch nach einigen Tagen oder Wochen findest du sicher neue Bezugspunkte und fühlst dich wohl.

Tipps für einen gelungenen Start

Damit dein Austauschsemester richtig gut läuft, lohnt es sich, ein bisschen vorzubereiten. Sprachlich kannst du schon vor der Abreise Kurse besuchen, Tandempartner suchen oder Apps nutzen, um fit für den Alltag zu sein. Klar, am Anfang wirst du manchmal auf Sprachbarrieren stossen, aber das ist normal. Stell Fragen, lies Formulare genau und frag deine Kommilitonen um Hilfe. Auch praktische Dinge solltest du früh klären, zum Beispiel Versicherung, Bankkonto, Handyvertrag oder Transportmöglichkeiten. Schau dir auch lokale Besonderheiten an wie Mülltrennung, Verkehrsregeln oder die Lebenshaltungskosten. Nutze Freizeitangebote der Uni, zum Beispiel Sport, Clubs oder Events, um neue Leute kennenzulernen und dich einzuleben. Heimweh oder ein kleiner Kulturschock können vorkommen, aber bleib offen, geh auf andere zu und such Unterstützung, wenn du sie brauchst. Mit etwas Vorbereitung wirst du dein Austauschsemester nicht nur meistern, sondern richtig genießen.

Mobilität Webseite der Universität Freiburg https://www.unifr.ch/studies/de/mobilitaet/

Text Michelle Rüegg

Foto Sasirin Pamai via Vecteezy.com