Im Sommer fand die bis jetzt grösste Fussball WM der Männer statt. Mit 48 Teilnehmerländern und die längste Meisterschaft bisher, war die WM aus Sicht der FIFA ein grosser Erfolg. Doch war sie das wirklich?

Fussball ist der beliebteste Sport auf der Welt. In vielen Fussballnationen ist die Weltmeisterschaft das grösste Ereignis überhaupt. Sie sollte die Fussballwelt zusammenbringen und in der Liebe für den Sport vereinen. Doch die WM im Sommer 2026 in den USA, Mexiko und Kanada war von allem anderen als Liebe und Einigkeit geprägt. Schon im Vorfeld drohte US-Präsident Trump Ländern, die aus seiner Sicht Feinde der USA sind, ihre Mannschaften nicht einreisen zu lassen und das harte Vorgehen der ICE-Agenten im Land verursachten Angst bei Fans, die für die WM in die USA reisen wollten.

Endlich mal im Rampenlicht

Die Männerfussball-WM 2026 hatte zum ersten Mal ihre Teilnehmerzahl vergrössert. Dies bedeutete vor allem zwei Sachen. Ersten wurde die ganze Meisterschaft einiges länger als die letzte WM. Die ganze WM ging über sechs Wochen. Das einiges länger als die letzte WM 2022 in Katar. Das zweite, was die erhöhte Teilnehmerzahl bedeutete, war das die Latte zur Qualifikation sank. Dies ermöglichte vielen Ländern ihre erste WM-Teilnahme. Diese Länder wurden sofort zu Publikumslieblingen, da bei ihnen die Leidenschaft für den Sport durch die Fernseher in jeden Haushalt gestreut wurde. Vor allem Cape Verde überraschte mit hoher Leistung für ein Land, von dem Fussballtechnisch nicht viel erwartet wurde. Der Goalie Vozinah, wurde über Nacht zum Star und Nationalheld als die Mannschaft bei ihrem ersten WM-Spiel überhaupt ein 0-0 gegen den späteren WM-Sieger Spanien erreichen konnten. Obwohl die Idee mehr Ländern bei der WM als Teilnehmer zu haben, klar eine finanzielle war, den mehr Spiele bedeuten mehr Möglichkeiten für Werbepausen und daher mehr Geld, hat es auch großartige Fussballmomente wie diese von Cape Verde erzeugt. Und für das allein kann man es nicht vollkommen verteufeln.

Infantino als Fussball Todesengel?

Eine Person hat die WM mehr geprägt als jeder Spieler. Gianno Infantino, der momentane Chef der FIFA. Wie seine Vorgänger war Infantino schon immer ein eher kontroverser Mensch. Doch bei dieser WM stiessen seine kontroversen Ideen und Initiativen mehr auf als zuvor. Es begann schon vor dem Tournier, als er Präsident Trump einen FIFA-Friedenspokal überreichte, nachdem Trump wütend war, dass er nicht den Nobel Friedenspreis erhielt. Von da an war klar, Infantino schmeichelt sich bei Trump und seinen reichen Freunden ein. Viele der Änderungen an dieser WM sollten dazu dienen, Fussball zu amerikanisieren. So gab es à la Superbowl eine Half time Show beim Finale und das Einlaufen der Teams wurde noch grösser zelebriert als es im Fussball schon üblich war. Auch die bei den Spielern unbeliebten Hydration Breaks waren Infantinos Idee. Diese wurden angeblich gemacht wegen den Hohen Temperaturen in den Stadien, doch wenn es alle 20 Minuten eine Trinkpause gibt, in einem mit Airconditioning ausgestatteten und gedeckten Stadion wird schnell klar, dass da mehr dahinterstecken wird. Und wie fast alles bei Infantinos FIFA ging, es auch da um Geld. Die Trinkpause ermöglichte den Fernsehstationen Werbung auszustrahlen, was Geld bedeutet.

Die FIFA ist zwar ein Non-Profit und die Einnahmen werden an die Fussballförderung der Mitgliedsstaaten weiterverteilt, doch die Motivation das Turnier für mehr Einnahmen zu verändern stiess bei vielen Fussballfans schlecht auf. Vor allem die Initiativen, die Infantino nach der WM ansagte, besiegelten das Urteil, dass er nicht von der Liebe zum Fussball geleitet wird, sondern von der Liebe zu mehr Geld. Infantino sagte an, dass die FIFA-Anteile der WM an private Investoren verkaufen will. Diese könnten gewisse Dinge mitbestimmen und würden grossen Profit aus dieser Investition ziehen. Die Fussballwelt war aufgebracht. So fest sogar, dass Fussballverbände wie die UEFA und ihre Pendants in Afrika (CAF) und Nord- und Südamerika (CONCACAF) verweigerten an FIFA organisierte Weltmeisterschaften zu gehen, sollte Infantino mit seinem Plan weiterfahren. Allein die UEFA hat 55 Mitgliedsländer und ein Boykott hätte wohl ein Ende für FIFA WMs bedeutet. Infantino gab diese Idee also auf, doch viele nationale Verbände haben klar gesagt, dass sie das Vertrauen in den FIFA-Chef verloren haben und bei der nächsten Wahl ihn nicht wieder wählen werden.

Text Franziska Schwarz

Foto FIFA