Das Buch «Yesteryear» von Caro Claire Burke hat die Welt im Sturm erobert. Obwohl es erst im April dieses Jahres erschienen ist, ist die Verfilmung bereits geplant – mit Anne Hathaway als Hauptdarstellerin und Produzentin.
Natalie Heller Mills führt ein perfektes Leben. Sie lebt mit ihrem Mann Caleb und ihren fünf Kindern auf der Farm Yesteryear, ist mit ihrem sechsten Kind schwanger und hat eine erfolgreiche Social-Media-Karriere. Im Internet zeigt sie ihr Leben wie aus dem 19. Jahrhundert, natürlich ohne dabei die Hilfe zu erwähnen, die Natalie in ihrem Alltag erhält. Die Bediensteten und Küchenmaschinen sind vor der Kamera nicht zu sehen. Sie gibt sich als ideale traditionelle amerikanische Hausfrau aus und ihre Follower müssen sie einfach beneiden. Doch eines Morgens wacht sie in einer anderen Realität auf, die stark an die Zeitperiode erinnert, die sie in ihrem Content glorifiziert hat. Wie ist sie dort bloss gelandet? Mit einem Mann, der wie eine ältere Version von Caleb aussieht, und Kindern, die nicht ihre eigenen sind, muss sie dort den Alltag bewältigen. Dabei will sie nichts mehr als zurück in ihr perfektes Leben und diesem Albtraum entfliehen. Die Kapitel handeln abwechselnd von der alternativen Realität und dem Aufbau von Natalies echtem und scheinbar perfekten Leben. Das Buch ist aus Natalies Sicht geschrieben, was den Kontrast zwischen ihrer Rolle, die sie in der Öffentlichkeit vorgibt zu sein, und ihrem echten Leben vergrössert. In Realität ist nämlich sie die dominante Stimme in ihrer Ehe und auch in ihrer Mutterrolle fühlt sie sich nicht wohl. Spürbar ist ebenfalls ihre Angst von Kontrollverlust, sei das über ihre Familie, ihre Angestellten oder ihr Leben. Und obwohl sie immer wieder betont, eine gute Christin zu sein, gibt es keine Szene, in der sie ihre Religion aktiv auslebt.
«Yesteryear» setzt sich kritisch mit der aktuellen Social-Media-Kultur auseinander, besonders in Bezug auf sogenannte «Tradwives». Das sind Frauen, die wie Natalie einen traditionellen Lifestyle und christlich-konservative Geschlechterrollen auf Social Media propagieren beziehungsweise romantisieren. Das Buch thematisiert die harte Realität, die sich hinter der tadellosen Fassade verbirgt. «Yesteryear» verpackt Gesellschaftskritik in einem spannenden Gesamtpaket – und mit einer Wendung am Ende, die zum Nachdenken anregt.
Yesteryear
Caro Claire Burke
2026
400 Seiten
Text Lina Hofmänner
