Jedes Jahr im März füllen sich die Freiburger Kinos anlässlich des Internationalen Filmfestivals. Dieses Jahr fand es bereits zum 40. Mal statt.
Jeden März findet in Fribourg das «Festival International du Film de Fribourg», kurz FIFF, statt. Dieses Jahr konnten Kinobegeisterte vom 20. bis zum 29. März Filme aus aller Welt in den Freiburger Kinos geniessen. Sobald man in Fribourg ankommt, sieht man überall Zeichen des FIFFs. Es hängen Fahnen und Plakate in der ganzen Stadt. In der neuen Bahnhofspassage hängen dieses Jahr Archivbilder anlässlich der 40. Austragung des Festivals. Das erlaubt einem, bildlich in die Geschichte des Festivals einzutauchen.
Dem Alltag entfliehen
In Fribourg geht auch während der Austragung des Internationalen Filmfestivals der Alltag weiter. Es sei denn, man taucht in die Welt der Freiburger Kinos ab. Dort herrscht reges Treiben und Menschen aller Altersklassen strömen ins Kino. Ein Besuch des FIFFs wollen sie sich nicht entgehen lassen. Ob Langfilme oder Kurzfilmprogramme, das FIFF hat eine breite Auswahl anzubieten. In den Kinos laufen Filme aus aller Welt. Dieses Jahr wurde ein besonderes Augenmerk auf Filme aus Kolumbien gelegt, doch auch Filme aus asiatischen, afrikanischen oder anderen südamerikanischen Ländern gibt es zu sehen. Schweizer Produktionen werden nur wenige gezeigt. Die meisten der gezeigten Filme laufen sonst nicht in den Schweizer Kinos. Das FIFF bietet also eine einmalige Möglichkeit, sich diese Filme auf der Leinwand anzusehen. Bei den Langfilmen im internationalen Wettbewerb haben die Zuschauenden zudem die Möglichkeit, den Film zu bewerten und mitzubestimmen, wer am Ende als Publikumsliebling ausgezeichnet wird. Dieses Jahr ging dieser Award an den Film «DJ Ahmet» von Georgi M. Unkovski. Der Film ist eine Koproduktion aus Nordmazedonien, Tschechien, Serbien und Kroatien, welche 2025 erschien. Auch weitere Preise werden vergeben, beispielsweise der Grand Prix oder der Special Jury Award.

Wer sich einen Film anschaut, findet sich in einem gut gefüllten Kinosaal wieder. So gut gefüllt, wie man es sonst im Kino heutzutage nur selten erlebt. Die gezeigten Filme sind immer in der Originalsprache, was zu einem authentischen Kinoerlebnis führt. Die Filme öffnen die Türen zur Welt, man lernt Kulturen kennen und Lebenssituationen verstehen, denen man sonst im Alltag nicht zwingend begegnet. Genau darauf legt das FIFF seit der Gründung besonders Wert – die Besuchenden sollen sich der Welt gegenüber öffnen.
Es werden aller Art Filme gezeigt – lustige, traurige, dramatische oder schockierende. Vor jedem Film gibt es eine kleine Einführung, meistens ausschliesslich auf Französisch. Nach einem besonders schweren Film lockert das folgende Rahmenprogramm die Stimmung wieder etwas auf. Bei manchen Filmen gibt es die Möglichkeit, Diskussionen mit den Filmschaffenden zu erleben. Dieses Jahr war das beispielsweise beim Film «The Voice of Hind Rajab» von Kaouther Ben Hania der Fall. Ausserhalb der Kinosäle gibt es Raum für die Besuchenden, sich auszutauschen und dabei eventuell noch etwas zu trinken.
«Tables rondes»
Neben Filmen können am FIFF auch «Tables rondes» besucht werden. Dort können sich die Besuchenden Diskussionen zu verschiedenen Themen anhören. Dabei haben sie auch die Möglichkeit, den Gästen Fragen zu stellen. Allerdings werden diese Diskussionen nicht ins Deutsche übersetzt, es gibt sie nur auf Franzözisch zu hören. Anlässlich des Jubiläums gab es dieses Jahr ausserdem die Möglichkeit, sich anzuschauen, was Filmschaffende aus aller Welt über das FIFF sagen. In den «Liebesbotschaften ans FIFF» konnten Filmschaffende über ihre Erinnerungen an das Festival berichten und dem Publikum so einen anderen Einblick geben.
«Nomad Wood Nest»
Dieses Jahr neu ist das Festivalzentrum auf dem Grand-Places in Fribourg. Das Zentrum trägt den Namen «Nomad Wood Nest» und wurde in Zusammenarbeit mit lokalen Bauunternehmen entwickelt. Das Zentrum umfasst eine Bar und ist ausserdem ein Ort des Austauschs. Im Eingangsbereich findet man zudem einen Bildschirm mit den Informationen zu den nächsten Vorführungen, welche der Abreise-/Ankunftstafel eines Flughafens gleicht.
Das Festivalzentrum soll nicht nur zu weiterem Austausch anregen, sondern auch mehr Sichtbarkeit für das Festival schaffen. Den abgesehen von den Plakaten findet das FIFF in den Kinosälen statt, und dadurch abseits vom Auge der breiten Öffentlichkeit. Wer einen Besuch dieses Jahr verpasst hat, hat nächstes Jahr zwischen dem 12. und 21. März wieder die Möglichkeit dazu. Und ein Besuch des FIFFs lohnt sich auf jeden Fall.
Text Lina Hofmänner
Foto FIFF
